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Transaktionsanalyse in unterschiedlichen Kontexten

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In meinen transaktionsanalytischen Seminaren geht es mir - während die Trainees Transaktionsanalyse lernen - im wesentlichen darum, Menschen, die sich beruflich im Feld der
Beratung, Führung, Therapie und Pädagogik bewegen, hilfreich zu unterstützen in eine Autonomie-Entwicklung zu kommen, die dazu führt, professionell auf höherem Niveau
handeln zu können. Denn:

Jede Autonomie-Entwicklung gestattet der Person größere Freiheitsgrade
im Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der Umwelt.

Inhaltsverzeichnis:

  • Haltungevalu
  • Co-Kreativität
  • Die co- kreative Beziehungsgestaltung in meinen Ausbildungen
  • Lernen allein genügt nicht
  • Transaktionsanalytische Theoriemodelle
  • Co-Kreativität als eine professionelle Kunst
  • Die 4 co-kreativen Entwicklungsdimensionen

 

Haltung
Das beinhaltet für die meisten Ausbildungskandiadt*innen einen inneren Changeprozess z.B. von „Helfen wollen“ und/oder „es richtig machen wollen“, „es am besten wissen zu müssen“ zu der Haltung: Wie kann ich Dir, Klient, ermöglichen, dass Du Deine Gestaltungskraft unter diesen situativen Bedingungen entdeckst?

Damit ein Mensch in seine eigene Gestaltungskraft gelangen kann, benötigt er/sie einen kreativen Prozess, der eigene innere Bilder, neue Zusammenhänge und Sichtweisen, eigene Ideen, Wünsche und Ziele entstehen lässt samt Strategien zur Umsetzung. Manchmal genügt es „nur“, die kreative Gestaltungskraft in einer Person zu entfachen, sodass sie wie im Dominoeffekt den Umsetzungsprozess ganz von alleine durchzieht.

Ich schule demzufolge als Lehrende meine Trainees in einer offenen, neugierigen Haltung dem Klienten gegenüber zu treten und gleichzeitig kontinuierlich zu beobachten: Wann gelangt mein Gegenüber in einen kreativen Prozess in Blick auf seinen Umgang mit sich selbst und anderen? Fortwährend sollte der transaktionsanalytische Profi darauf ausgerichtet sein, diesen kreativen Prozess zu stimulieren.

 

Co- Kreativität

Wie können wir Menschen helfen, in ihre eigene Lebendigkeit und Wirksamkeit zu kommen, auch in Krisen- und Konfliktsituationen? Indem wir mit ihnen einen co-kreative Beziehungsprozess gestalten.

D.h. wir arbeiten nicht „von der Stange“, folgen nicht einem vorgegebenen Interaktionsplan, sehen den anderen nicht als Objekt, sondern es treffen zwei Künstler aufeinander, die sich wechselseitig inspirieren, um ein gemeinsames lebendiges Lösungs-Kunstwerk zu gestalten. Immer, wo Menschen in die mentale Entwicklung kommen wollen oder sollen, sind sie auf co- kreative Prozesse angewiesen.

Damit innerlich eine Bereitschaft entsteht, sich einzulassen, sich durch die Augen des Anderen zu betrachten, dem anderen offen zu zeigen, wie ich ihn/sie betrachte und wie ich die Situation im Innern erlebe, die eigenen mentalen Landkarten zu erforschen und den Bewusstseinshorizont weiten zu lassen, sowohl die bereits vorhandenen Ressourcen als auch die noch nicht vorhandenen Fähigkeiten selbst-bewusst zu kommunizieren und in die wechselwirksame Kreativität und Neusortierung zu bringen, ... ich könnte hier beliebig weitere Beispiele anführen, um deutlich zu machen, eine co- kreative professionelle Arbeit bringt viele Ebenen des Menschlichen in Bewegung, um die Schichten im Menschen anzuregen, die dem Menschen helfen, in mehr Freiheit und Raum für Gestaltungskraft hineinzugelangen.

Ein co- kreativer Beziehungsprozess ist enorm störanfällig und kann z.B. durch ein einzige Geste oder durch einen Mangel an Resonanz unterbrochen, manchmal auch zerstört werden. Das gilt für Therapie genauso wie für Führungsbeziehungen. Entwicklungsprozesse sind störanfällig. Die Bewusstheit und die vorausschauende Achtsamkeit dafür auf Seiten der Profis ist von grundsätzlicher Bedeutung für Gelingen und Misslingen von Entwicklungsprozessen.

 

Die co- kreative Beziehungsgestaltung in meinen Ausbildungen

pinsel        Die co- kreative Beziehungsgestaltung ist die Basis meiner
transaktionsanalytischer Fortbildungen. Ich möchte Euch
das an dieser Stelle nicht wissenschaftlich erklären, auch
nicht im theoretischen Kontext der TA- Lehre, sondern
möchte Euch teilhaben lassen, an dem, was mir
gegenwärtig wichtig ist (was selbstverständlich theoretisch
wissenschaftlich eingebunden ist. Dazu könnt Ihr in
meinem Blog mehr lesen).

Meine Aufgabe als Lehrende verstehe ich so, dass ich einen Beziehungsraum aufbaue, der persönliches und professionelles Wachstum der einzelnen Ausbildungskandidat*innen ermöglicht. Dieser Beziehungsraum rahme ich so, dass in ihm die kreative Gestaltungskraft (Berne nannte sie Physis. Ich mag sehr den Ausdruck von Hildegard von Bingen: Grünkraft) der Trainees stimuliert wird, die sie in ihrer Autonomie ( im Sinne der TA: Bewusstheit, Beziehungsfähigkeit und spontane Gegenwärtigkeit) eigenständig wachsen lässt und Entwicklungsschübe ermöglicht.

Ich selbst stehe in co- kreativer Haltung meinen Trainees gegenüber, d.h. bringe mich selbst kreativ in diesen Prozess mit ein, lasse mich inspirieren und bin offen, mit den Impulsen und mentalen Bewegungen der Einzelnen und der Gruppe gestaltend umzugehen und halte gleichzeitig den Beziehungsraum als einen nach transaktionsanalytischer Ethik geregelten Kommunikationsraum aufrecht (Halten im Sinne von Holding Environment).

 

Lernen allein genügt nicht.

Lernen allein reicht mir nicht aus, mir geht es um Selbst-Entwicklung. Methoden und Inhalte können nur so gut in die Praxis transferiert werden, die die Person an innerer Handlungslogik und Bewusstheit zur Verfügung hat. Ein kleiner( aber feiner:-) Unterschied. Das merken meine Trainees zum Beispiel, wenn sie am Beginn und dann als Fortgeschrittene und später im Examen sich mit ein und dem selben Konzept beschäftigen, es kommt ihnen jedes Mal so vor, als ob sie es auf ganz neue Art und Weise verstehen und anwenden könnten (weil sie in ihrer Autonomie gewachsen sind). Lernen allein genügt nicht

Lernen auf der horizontalen Ebene geschieht beim Aneignen und Einüben von Theoriekonzepten und Methoden. Die Trainees entwickeln Fertigkeiten und Sicherheit. Das grundlegende Skript, wie sich ein Mensch mit sich, den Anderen und dem Leben auseinandersetzt, bleibt davon unberührt, es sei denn, in diesem Lernprozess ereignet sich eine größere Irritation. Dann würde Energie frei für vertikales Lernen.

Entwicklung bezieht sich auf die vertikale Ebene, wie ein Mensch reift in seiner Art und Weise, sich mit sich und der Welt auseinanderzusetzen. Vertikale Ebene meint,(1) der Umgang mit sich selbst, mit seinen ICH-Zuständen (Impulsen, Wertungen, Emotionen, Körperzuständen, Realitätsauseinandersetzungen,...), (2) die Art und Weise mit anderen umzugehen (seine Beziehungsmuster, seine Regulierung z.B. von Nähe und Distanz oder von kreativer Offenheit für den anderen und Abwehr) seine (3) die eigene Bewusstheit worauf die Aufmerksamkeit gerichtet ist und wie der Bewusstseinshorizont gespannt ist sowie (4) die Fähigkeit zur spontanen Gegenwärtigkeit.

Ein theoretischer Querverweis sei mir hier erlaubt: Im Kontext der ICH-Entwicklung von Erwachsenen wird korrespondierend zum transaktionsanalytischen Begriff der Autonomieentwicklung an anderer Stelle von Mind- Set gesprochen; eine wissenschaftlich gut untersuchte und fundierte Theorie, die mit anderen theoretischen Hintergründen auf ihre Art verstehbar macht, von welchem Unterscheid ich hier rede und warum ICH- Entwicklung in der Arbeit mit Menschen herausragende Bedeutung hat (siehe Thomas Binder,ICH-Entwicklung für effektives Beraten, ISBN978-3-525-40378-5, herausgegeben 2016).

 

Transaktionsanalytische Theoriemodelleeata logo web2

Transaktionsanalytische Theoriemodelle sind wunderbar dazu geeignet,die Bewusstheit für innere und äußere Kommunikationsprozesse zu
fördern und zu weiten. Die Trainees werden inspiriert, teilnehmend, intuitiv und explorierend präsent zu sein und kontinuierlich mit diesen Theorie-
Landkarten die Praxis zu reflektieren:

Was wirkt wie im Zusammenspiel zwischen innerer Selbstkonzeption und kommunikativem Handeln nach außen? Wie kann die Praxis theoretisch erfasst werden, um genauer die Zusammenhänge zu verstehen?

Wie beginnen Personen sich einen neuen Horizont zu erschließen in Blick auf sich selbst und in Blick auf ihre Beziehungen? Welche Interventionen und Beziehungssignale benötigen sie dafür von außen?

Was ist dabei die Haltung und die Aufgabe desjenigen, der professionell Verantwortung für diese Entwicklungsprozesse trägt, sei es als Berater*in, als Führungskraft, als Therapeut*in, als Pädagog*in und wie kann er/ sie diese Aufgabe wirksam in einer co- kreativen Beziehungsgestaltung umsetzen?

 

Co- Kreativität als eine professionelle Kunst

Die professionelle Kunst im co- kreativem Umgang mit Menschen besteht darin, (siehe Grafik unten)

  1. dass der Profi sowohl die Kunst beherrschen muss, im Hier und Jetzt große Freiheitsgrade braucht, sich selbst auszubalancieren, um in einer neugierig offenen Haltung für sein
    Gegenüber zu bleiben und auch in der Lage ist, eigene Impulse diagnostisch für den Prozess zu nutzen;
  2. als auch bewusst und einfühlend für das Erleben seines Klienten, Mitarbeiters, Kolleg*in, Schüler*in,.... bleibt, um ein Wahrnehmen der Motive und Handlungslogiken des Anderen zu ermöglichen und die jeweiligen Skriptmuster in seiner/ ihrer Art und Weise sich in der Welt zu bewegen zu erkennen und ihrem lebensgeschichtlichen Sinn zu verstehen.
  3. Dazu ist die Kenntnis des jeweils relevanten Umfeldes des Klienten notwendig, um ihn in seinem jeweiligen Beziehungssystem, wie er sich darin bewegt und welchen Platz er wie dort einnimmt, zu sehen. Denn der Klient ist in seinem SoSein nur im Kontext seines Beziehungssystems zu verstehen.
  4. In dieser vielseitigen professionell wachen Bewusstheit ist die gegenwärtige Beziehung zu Klient*in, Mitarbeiter*in, Schüler*in .... co- kreativ zu gestalten, um Lernen und Entwicklung anzuregen, sodass der Klient seine eigene Wirksamkeit entwickelt in Blick auf das gemeinsam vereinbarte Ziel.

 

Die vier co-kreativen Entwicklungsdimensionen

cokreativitaet dimension

 

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